Häufige Fragen 2018-11-27T09:04:24+00:00

Häufige Fragen rund um Unfall-Gutachten

Warum benötige ich einen KFZ-Sachverständigen?

Bin ich unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt worden und habe dabei Beschädigungen am eigenen Kraftfahrzeug davongetragen, sollte man auf jeden Fall einen Kfz-Sachverständigen zu Rate ziehen. Ein unabhängiger Kfz-Sachverständiger ist neutral und nicht an Weisungen von Versicherungen gebunden. Beachten Sie, dass Sie der gegnerischen Versicherung die Schadenhöhe nachweisen müssen. Ein Angebot der Versicherung einen „eigenen“ Kfz-Gutachter zu schicken, dürfen Sie getrost ablehnen.

Reicht bei der Versicherung ein Kostenvoranschlag der Werkstatt aus?

Der Geschädigte, der sich nur auf den Kostenanschlag seiner Werkstatt verlässt, erlebt häufig böse Überraschungen. So hat der Kostenvoranschlag später keine beweissichernde Funktion. Es fehlt auch eine Aussage zur Wertminderung. Erst der Kfz-Sachverständige kann erkennen, ob es sich tatsächlich um einen sogenannten einfachen Schaden handelte. Häufig sind bei einem vermeintlich leichten Blechschaden tragende Teile beschädigt (ein Beispiel) bzw. bei einem auf den ersten Blick sehr erheblichen Schaden können die Reparaturkosten minimal sein. In jedem Fall also fährt der Geschädigte bei Einschaltung eines qualifizierten unabhängigen Sachverständigen auf Nummer sicher.

Wer trägt die Kosten für einen Kfz-Sachverständigen?

Bei einem unverschuldeten Unfall trägt grundsätzlich der Schädiger bzw. die eintretende Haftpflichtversicherung auch die Kosten des Kfz.-Sachverständigen, da nach ständiger Rechtsprechung des BGH`s die Kosten für ein Gutachten zum Schaden zählen, der dem Geschädigten zu ersetzen ist.

WICHTIG: Im Haftpflichtfall haben Sie freie Wahl des Kfz-Gutachters!

Sie haben Anspruch darauf, so gestellt zu werden, als sei das Unfallereignis nicht eingetreten. Ganz gleich, ob Sie Ihr Fahrzeug in einer Fachwerkstatt, in einer Werkstatt Ihres Vertrauens reparieren lassen oder ob Sie sich den Gegenwert einer Reparatur auszahlen lassen wollen. Gern arbeitet Ihr Kfz-Sachverständiger auch mit Ihrem Rechtsanwalt zusammen, um Ihre Forderungen gegenüber der gegnerischen Versicherung gemeinsam zu formulieren.

Wie soll ich mich nach einem Unfall verhalten?

Das Wichtigste nach einem Unfall ist „Ruhe zu bewahren”. Halten Sie einen handlichen Unfallpass im Wagen vor, wo Sie im Fall des Falles alle Punkte in knapper Form nachlesen können (den legen wir dieses Jahr unseren Weihnachtsgrüßen bei). Lassen Sie sich nicht durch den Unfallgegner, Polizei, Zeugen oder Versicherungen einschüchtern. Beauftragen Sie einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens und achten Sie auf Einschaltung eines qualifizierten Kfz-Sachverständigen.

Was bedeutet merkantile Wertminderung?

„merkantil = den Handel betreffend“

Merkantile Wertminderung ist eine Position, die sowohl die Versicherung, als auch die Werkstatt bei Erstellung eines Kostenvoranschlages gerne unter den Tisch fallen lässt. Warum? Die Werkstatt interessiert es nicht (ist ja nicht deren Geld) und die Versicherung zahlt ja generell nicht gerne.

Kommen wir zu der Erklärung der Wertminderung. Die merkantile Wertminderung ist erst mal ein rein theoretischer Wertverlust. Nach Sach- und fachgerechter Reparatur ist der ursprüngliche Zustand des Fahrzeuges erstmal wiederhergestellt. Die merkantile Wertminderung findet praktisch erst statt, wenn das Fahrzeug veräußert wird.

Hat der zukünftige Käufer die Wahl zwischen einem unfallfreien und reparierten Fahrzeug, wird sich dieser immer für ein unfallfreies Fahrzeug entscheiden. Auf dem Markt ist ein unfallfreies Fahrzeug natürlich mehr wert, als ein repariertes. Dieser finanzielle Unterschied ist die merkantile Wertminderung.

Viele Versicherer sind der Meinung, dass eine Wertminderung nur für Fahrzeuge mit einem Alter bis zu sechs Jahren und 100.000 km gezahlt werden muss. Dies gilt, mittlerweile durch mehrere Gerichte bestätigt, als überholt. Man geht bei der Berechnung des Minderwerts von einer älteren Rechtsprechung aus. Diese Auffassung gilt deshalb als überholt, da das Ganze in Zeiten eingeführt wurde, in denen Fahrzeuge kaum älter als zehn Jahre wurden oder 100.000 km hielten (irgendwann in den 70ern). Dies ist auch ein weiterer Grund, sich nicht auf einen Kostenvoranschlag bei der Unfallregulierung zu verlassen. In einem Kostenvoranschlag wird die Wertminderung NICHT berechnet.

Es gibt mehrere Arten, Wertminderungen zu berechnen. Die gängigsten Berechnungsmodelle sind: BVSK, Ruhkopf-Sahm, Mfm, Halbgewachs, Dr. Schlund, Hamburger Modell, 13. DVGT, Kasseler Model u.v.m.

Es gibt so viele Faktoren, die man zur realistischen Wertminderungsberechnung hinzuziehen muss, wie z.B.: Fahrzeugalter, Laufleistung, Neupreis, Wiederbeschaffungswert, Schadenintensität, Marktgängigkeit, Vorschäden und Fahrzeugart.

Letztendlich viele Berechnungsmodelle, nur welches ist das Richtige? Für die Versicherungen natürlich das, welches die geringste Wertminderung ergibt.

Zudem kommt es noch auf das Fahrzeug an, welches berechnet wird. Ein Golf hat natürlich eine andere Wertminderung als zum Beispiel ein Porsche, obwohl der Schaden identisch ist.

Hier wird der Sachverständige gefordert und legt eine realistische Wertminderung fest.

Fachbeitrag aus der Zeitschrift „UE Unfallregulierung effektiv“ zum Thema Wertminderung bis sechs Jahren und 100.000 km:

„Wertminderung für sieben Jahre alten Pkw mit 195.000 km“

Aufgrund der Langlebigkeit von Fahrzeugen mit Dieselmotoren, schließt ein Alter von sieben Jahren und eine Laufleistung von 195.000 Km bei einem Pkw nach Ansicht des AG Hamburg eine Wertminderung nicht aus.

Kommt der Sachverständige bei einem WBW von 6.900 Euro und Reparaturkosten von etwa 5.800 Euro zum Ergebnis, die merkantile Wertminderung betrage 200 Euro, genügt es nicht als prozessual relevantes Bestreiten, dass der Versicherer nur auf das Alter und die Laufleistung hinweist (AG Hamburg, Urteil vom 24.10.2013, Az. 52 C 63/13; Abruf-Nr. 133659; eingesandt von Rechtsanwalt Frank Ochsendorf, Hamburg).

QUELLE: Fachbeitrag 29.11.2013 Wertminderung für sieben Jahre alten Pkw mit 195.000 km
AUSGABE 12 / 2013 | SEITE 4 | ID 42427427

Das ist nur eines von zahlreichen Beispielen, bei denen Gerichte die Grenze von sechs Jahren und 100.000 km als nicht mehr maßgeblich gesehen haben.

Geben Sie sich hier nicht mit Halbheiten zufrieden. Lassen Sie beim unverschuldeten Unfall ein Gutachten vom Fachmann erstellen. Der berücksichtigt alle Schadenspositionen, dazu gehört auch die Wertminderung.

Sonderfall: Merkantile Wertminderung bei Sportwagen.

Bei Sportwagen sind wir die Profis, denn mit unserer Sparte „der Sportwagengutachter“ berechnen wir die Wertminderung nach anderen Kriterien, als beim herkömmlichen PKW.

Nicht nur dass die Wertminderung deutlich höher ist, es zählen zusätzlich auch die Faktoren Exklusivität des Fahrzeuges und auch Beschaffenheit am Markt. Der Käuferkreis bei diesen Fahrzeugen wird im Vergleich zu anderen deutlich kleiner, wenn dieses einen Vorschaden aufweist. Die Käufer sind eher bereit, einen Golf mit repariertem Unfallschaden zu kaufen, als z.B. einen Ferrari oder ähnliches.

Sollten bei Ihnen Fragen zur Schadensregulierung offen sein, so rufen Sie uns an und erhalten kostenlose Aufklärung.

Demnächst hier auch verständlich erklärt: fiktive Abrechnung, Nutzungsausfall, Mietwagenkosten, Reparatur beim Vertragspartner, Allgemeine Kostenpauschale u.v.m

UNFALLRATGEBER

Hier können Sie bequem unseren
Unfall Ratgeber als PDF downloaden.

Häufige Fragen - Kfz.-Sachverständigenbüro Höner GmbH

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